Japan Part 2 – Kyoto & Osaka

kyoto

Next Stop Kyoto. Gerne wären wir mit dem berühmten Hochgeschwindigkeitszug Shinkansen gefahren. Von Tokyo nach Kyoto in 140 Minuten, für schlappe 110 Euro pro Person. Für uns wird es wieder mal der Nachtbus. Dafür ernten wir reichlich mitleidige Blicke oder ernst gemeinte Sicherheitswarnungen, offensichtlich nehmen nur die Ärmsten der Armen oder Kriminelle freiwillig eine siebenstündige Busfahrt für immerhin noch 18 Euro auf sich, wenn man denn auch bequem mit dem Zug fahren könnte. Und es wird nicht besser in Kyoto. Als wir die Hostelpreise checken wünschen wir uns, in jeder japanischen Stadt so gute Freunde wie Caro und Jun zu haben, die einem mal kurz den Futon ausrollen. Unter all den Extremen ist Japan vor allem eins: Extrem teuer. Ein Futon ist trotzdem schnell gefunden. Wir übernachten in einem Ryokan, einem traditionellen japanischen Gasthaus. Aber es gibt weder Philadelphiatoast, noch Asahi, noch menschliche Ansprache. Wir vermissen die Beiden jetzt schon.

Kyoto, Fluss

Ryokan, Kyoto

Einmal Futon ohne alles…

Okonomiyaki, Kyoto

Okonomiyaki Kyoto-Style

Kiyomizu-dera Tempel, Kyoto

Kiyomizu-dera Tempel

Kyoto heisst im japanischen „kaiserliche Residenz“ und es wimmelt nur so von Tempeln und Schreinen. Wir geben uns das volle Programm: Ryoan-ji, Kinkaku-ji, Fushimi Inari-Taisha, wir haben sie alle, bis zur kompletten „Overtempelung“. Auf dem Weg zur letzten Tempelanlage des Tages Kiyomizu-dera verlaufen wir uns und stehen am Ende vor dem verschlossenen Hintereingang. Wieder komplett außenrum zu laufen ist keine Option, also steigen wir in den Friedhof nebenan ein, kämpfen uns durchs Gebüsch einen steilen Hügel hoch und steigen über eine kleine Mauer in den Tempel. Technisch gesehen könnte man vielleicht sagen wir sind ungewollt eingebrochen. Besser gar nicht daran denken, was Tempeleinbruch karmatechnisch bedeutet…

Kiyomizu-dera Tempel, Kyoto

Fushimi Inari Shrine, Kyoto

Ein Fuchs muss tun, was ein Fuchs tun muss…

Fushimi Inari Shrine, Kyoto

Tor 1, Tor 2 oder Tor, äh 10.000?

Fushimi Inari Shrine, Kyoto

Fred Lee und Chrissi Chan

Kinkakuji Tempel, Kyoto

Kinkakuji Tempel

Ryoanji Tempel, Kyoto

Ryoanji Tempel

Die Stadt gefällt uns enorm gut, vor allem das alte Geishaviertel mit seinen kleinen Flüsschen und Gässchen hat es uns angetan. Viele Frauen tragen beim Besuch in den unzähligen Tempeln traditionelle Gewänder, aber hier begegnen wir tatsächlich einer „echten“ Geisha mit komplettem Make up. Mission erfüllt, ich kann Japan guten Gewissens verlassen. Aber soweit sind wir noch lange noch nicht. Wir wechseln erst noch die Unterkunft und verbringen im bestorganisierten Hostel Japans zwei Nächte im Schlafsaal. Leider erscheint spätnachts ein weiterer Mitbewohner, der entweder ständig mit seinem Handy hantiert oder furchtbar mit den Zähnen knirscht. Der seltsame Lärm lässt uns kaum schlafen. Am nächsten Morgen ist der Typ bereits so früh wieder verschwunden, dass wir den Ursprung des Geräuschs nicht mehr klären können, vielleicht war es auch nur die prompte Karma-Antwort auf den Tempeleinbruch…

Fächer, Kyoto

We❤️Kyoto

Lampions, Japan

Arashiyama Forest, Kyoto

Arashiyama Forest, Kyoto

Arashiyama Forest

Garten, Kyoto

Koiteich, Kyoto

Unser letzter Stop ist Osaka. Das traditionelle Handelszentrum Japans empfängt uns mit äußerst herbstlichen Temperaturen (man könnte auch sagen es ist saukalt). In unserem ungeheizten Airbnb hängen unzählige Verbotsschilder an der Wand, was man unbedingt unterlassen sollte und was alles nicht angefasst werden darf. Um nicht noch mehr schlechte Karmapunkte zu sammeln gehen wir auf Nummer sicher und verbringen einen Tag mit Wärmflasche im Bett und schauen Serien. Muss auch mal sein. Außerdem wollen wir abends fit sein, schließlich ist Halloween. Da sich unsere Körper nach Wärme sehnen gibt es traditionellen Hotpot zum Abendessen. Wir treffen ein nettes japanisches Paar, sie sprechen kein englisch, wir kein japanisch, aber dank reichlich Sake und den Übersetzungs-Apps auf dem Smartphone haben wir reichlich Spaß miteinander. So diskutieren wir beispielsweise darüber dass alle Handys in Japan beim Fotografieren ein Geräusch machen, das sich nicht abschalten lässt, damit in der U-Bahn den Frauen nicht heimlich unter den Rock fotografiert werden kann. Wir denken an unseren nächtlichen Mitbewohner, hat er vielleicht die ganze Nacht sein Geschlechtsteil fotografiert oder etwa mich??? Ganz schlechtes Karma…

Hotpot, Osaka

Hotpot

Sake, Osaka

Hoch die Saketassen!

Leider müssen unsere Freunde am nächsten Tag arbeiten und so ziehen wir ohne sie weiter zur Halloween-Party in die City. Vergesst Amerika, was hier passiert übertrifft alles. Schon in Tokyo war klar dass Japaner sich gern verkleiden, aber auf das waren wir dann doch nicht vorbereitet. Die komplette Innenstadt befindet sich im Ausnahmezustand, wir sind umringt von Heerscharen von Zombies, Mumien und Sexy Sondereinsatzkommandos. Manga trifft Monster, ein gigantisches Walking Dead-Volksfest. An einem Bartresen sitzen 3 Pandas, die sexy Polizistinnen jagen sexy Zombie-Sträflinge und wir treffen eine Ananas. Den Kreativpreis 2015 bekommt aber das Supermarioteam, dass auf benzinbetriebenen Gokarts durch die City düst. Alle sind am Start, Mario, Luigi, die Prinzessin, Bowser und Donkey Kong wirft mit Bananen, unglaublich. Als Unverkleidete kommen wir uns ganz schön fehl am Platz vor, aber dafür könnten wir mit unserem deutschen Handy theoretisch unter all die kurzen Röcke fotografieren und die Bilder an einsame Japaner verkaufen. Mit dem Geld wäre dann doch noch eine Fahrt im Shinkansenzug drin. Kurzer Gedanke ans Karma und wir lassen es besser sein…

Monalisa meets Nazizombies

Mona Lisa meets Nazizombies

Halloween, Osaka

Halloween 2015 Osaka

Halloween, Osaka

Sitzen drei Pandabären am Tresen…

Halloween, Osaka

Mario Kart Action

Halloween, Osaka

Hinkommen

Tokyo-Kyoto

Shinkanzen: Reguläres Ticket kostet 13520 Yen. Wenn man sich länger in Japan aufhält und viel fährt, lohnt sich der Japan Rail Pass. Preis für bspw. 7 Tagesticket: 28300 Yen.

Nachtbus ab 2350 Yen, ca. 7 h Fahrt.

Kyoto-Osaka

Beide Städte sind ans gleiche U-Bahnnetz angebunden. Je nach Verbindung dauert die Fahrt 1- 1 1/2 Stunden.

Unterkommen

Kyoto

Backpackers Hostel K’s House: beste Hostelkette Japans, zentrale Lage, modern, supersauber, schöner Gemeinschaftsbereich und Küche. Schlafsäle ab 17 Euro.

Ryokan: traditionelles, japanisches Gästehaus. Man schläft in der Regel auf einem Futon auf dem Boden. Für ein bis zwei Nächte eine schöne Erfahrung. Bspw. Guesthouse Bola-bola im Norden Kyotos ab 36 Euro die Nacht.

Essen

Kura Sushi ist eine Kette die leckeres Running Sushi zu (japanischen) Schnäppchenpreisen anbietet. In allen großen Städten gibt es unzählige Filialen. 1 Teller kostet 1 US Dollar. Günstig und lecker. Auf der Homepage gibts eine Übersicht aller Filialen inklusive aktueller Wartezeit (!). Leider nur in Landessprache, also japanisch lernen (oder vom Browser übersetzen lassen ;-))

Osaka

Kuromon Ichiba Market

Streetfood, nicht zwingend günstig, aber leckere Seafoodauswahl.

Aktivitäten

Tempeltour in Kyoto

  • Im Osten Kyotos: Tempel Kyomizu-dera, 300 Yen Eintritt. Danach ein Spaziergang durch den historischen Distrikt Kyotos Higashiyama und Gion, das Geishaviertel.

  • Im Norden Kyotos: Ryoanji (Tempel mit einem schönen Sandgarten, Eintritt 500 Yen) und Kinkakuji (goldener Pavillon, Eintritt 400 Yen) liegen nahe beieinander und sind gut zu kombinieren.

  • Südkyoto: Fushimi Inari Shrine, wunderschöner Tempelberg mit roten Toren. Man kann in dieser Anlage locker mehrere Stunden verbringen. Eintritt ist frei.

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